Auguste Therese Schmidtkegesichert
Auguste Therese Schmidtke kam 1885 in Reckow, Kreis Lauenburg (Pommern) als uneheliches Kind der ledigen Berta Schmidtke zur Welt — der Vater ist nicht bekannt. Als sie 1901 in Lauenburg den Schmiedegesellen Heinrich Julius Westphal heiratete, war sie erst fünfzehn Jahre alt; ihre Mutter Berta war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben. Als Trauzeuge trat der Zimmergeselle Emil Schmidtke (30) auf — vermutlich ein Verwandter. Die junge Familie zog nach Danzig, später nach Lagschau im Kreis Danziger Höhe.
Eltern Berta Schmidtke (?–1901)
Heirat Heinrich Julius Westphal (1880–?) — 16. August 1901, Lauenburg in Pommern (Lębork)
Kinder Alfred Westphal · Christel Westphal · Erika Westphal · Erna Westphal · Heinz Westphal · Kurt Wilhelm Westphal (1909–?) · Margarete Martha Westphal (1905–1987) · Lebende Person
- 1901WohnortLauenburg in Pommern
- 1905WohnortDanzig-Schidlitz, Grosse Molde 6
- 1929WohnortLagschau, Kreis Danziger Höhe
- BestattungGrove, Dänemark

Eine Woche nach dem Krieg 1945
Auguste Therese Westphal, geborene Schmidtke, wollte nicht fliehen. Als ihre Tochter Margarete Martha im Januar 1945 mit den Kindern aus Elbing wegkam, blieben die Großeltern zurück — und mit ihnen zwei Enkelkinder, die man wegen der Bombenangriffe zu ihnen aufs Land geschickt hatte.
Später brachen sie doch auf, über Land. Ihr Mann Heinrich Julius Westphal, der Schmiedemeister, kam am Ende in Mönchengladbach an. Sie kam nicht an. Als die Familie in Schleswig-Holstein ankam, galt sie bereits als vermisst. Wo sie geblieben war, wusste niemand.
In der Familie hieß es später, ihr Grab sei gefunden worden — in Dänemark, lange nach dem Krieg. Am 4. September 2026 ließ sich das nachprüfen. Die Gräbersuche des Volksbunds führt sie:
Auguste Westphal, geboren am 14.10.1885, gestorben am 15. Mai 1945. Kriegsgräberstätte Grove, Dänemark. Endgrablage Block 2, Reihe 2, Grab 43.
Das Geburtsdatum stimmt auf den Tag. Sie starb eine Woche nach Kriegsende. Sie hatte es also über die Ostsee geschafft, war unter den rund 238.000 Deutschen, die 1945 ins besetzte Dänemark evakuiert wurden — und starb dort in einem der Lager, als der Krieg schon vorbei war. Zwischen 1945 und 1949 ging es 17.209 deutschen Flüchtlingen in Dänemark so.
Dass die Familie sie so lange nicht fand, hat einen Grund. Die Toten lagen zunächst verstreut auf 475 dänischen Friedhöfen. Erst nach dem deutsch-dänischen Kriegsgräberabkommen vom 3. Oktober 1962 wurden sie in 34 Grabstätten zusammengelegt und namentlich erfasst. In Grove ruhen heute 1.117 Menschen — 153 Soldaten und 964 Flüchtlinge. Die hölzernen Grabzeichen sind längst durch Natursteinkreuze ersetzt, und in der Eingangshalle liegt ein Namensverzeichnis aus.
Ihr Grab ist auffindbar, und es hat eine Nummer. Man kann hinfahren.Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Gräbersuche-Online, abgefragt am 04.09.2026 · Familienüberlieferung, Gespräch mit Olafs Mutter, 04.09.2026 · Angaben zur Kriegsgräberstätte Grove und zum Kriegsgräberabkommen 1962: Volksbund
- Heiratsregister Standesamt Lauenburg i. Pom. (Lębork) 1901 — Heiratsurkunde Nr. 48/1901 (Geburtsangabe der Braut); Heiratsurkunde Nr. 48/1901, Blatt 96-97 (Urkunde)
- Geburtsregister Standesamt Danzig 1905 (Urkunde)
- Heiratsregister Standesamt Zoppot 1929 — Heiratsurkunde Nr. 102/1929 (Elternangabe der Braut) (Urkunde)
- Volksbund Deutsche Kriegsgraeberfuersorge e. V., Graebersuche-Online — Volksbund Deutsche Kriegsgraeberfuersorge, Graebersuche-Online, abgefragt am 04.09.2026: "Auguste Westphal, Geburtsdatum 14.10.1885, Todes-/Vermisstendatum 15.05.1945". Das Geburtsdatum stimmt auf den Tag mit dem im Baum ueberein; Kriegsgraeberstaette Grove, Endgrablage Block 2, Reihe 2, Grab 43 (Sekundärquelle)
Auguste Therese wurde 1885 in Reckow (Kreis Lauenburg) als uneheliche Tochter der ledigen Berta Schmidtke geboren. Bei ihrer Heirat 1901 in Lauenburg war sie 15 Jahre alt und ihre Mutter bereits verstorben; als Trauzeuge trat der Zimmergeselle Emil Schmidtke (30) auf – vermutlich ein Verwandter.
- Sterbejahr unbekannt. Mögliche Quelle: Standesamt Danzig bzw. Personenstands-Zweitschriften der ehemaligen deutschen Ostgebiete (Standesamt I Berlin). Verwandtschaft zum Trauzeugen Emil Schmidtke ungeklärt.
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