Gordt Tirpen (1537–1592)

Gordt Tirpenteilweise

1537–1592 · Rheydt · Handwerker; Frondienst im Tagelohn für Otto von Bylandt

Gordt Tirpen kam um 1537 in Rheydt zur Welt. Er arbeitete als Handwerker; Frondienst im Tagelohn für Otto von Bylandt. Er starb nach 1592.

Familie

Eltern Heinrich Tirpen (1505–1565)

Lebensstationen
  • 1565Besitzhalber Tirpenhof zu Geneicken
Überlieferte Geschichte

Im Tagelohn für den Schlossherrn 1565

Gordt Tirpen erhielt 1565 den Tirpenhof zu Geneicken zur Hälfte. Er war wahrscheinlich Handwerker — und musste für Otto von Bylandt im Tagelohn arbeiten.

Das ist eine unscheinbare Zeile, aber sie ist der Kern des ganzen Konflikts. Otto von Bylandt ließ ab 1558 die Burg Rheydt zum Renaissanceschloss ausbauen und forderte dafür von seinen Untertanen Frondienste, die die Stadtgeschichte „willkürlich und überzogen“ nennt. Wer sich weigerte, wurde schwer bestraft. 1572 beschwerten sich die Rheydter beim Herzog von Jülich, ab 1578 kam es zur offenen Rebellion.

Gordt Tirpen gehört zu denen, die den Bau mit ihrer Arbeitskraft bezahlt haben. Das Schloss steht bis heute.

Die ganze Geschichte steht bei Korst Vits.

Zur Verwandtschaft: Die Tirpen aus Geneicken sind eine Vorfahrenlinie dieses Baums. Ob dieser Gordt Tirpen selbst in der direkten Linie steht, ist offen: Sein Sohn fehlt bisher, und der spätere Gordt Tirpen (1600–1661), der ein direkter Vorfahre ist, hat im Baum keine Eltern. Die WGfF-Aufstellung schließt die Lücke — nachgetragen ist sie noch nicht.

Zur Beleglage: Der Rahmen — Fronden, Beschwerde 1572, dreißig Soldaten, Verhaftungen, verweigertes Geleit 1591 — steht in „Loca Desiderata. Mönchengladbacher Stadtgeschichte“ Bd. 2 (Hrsg. Wolfgang Löhr, 1999) und geht zurück auf Ludwig Schmitz, „Rheydter Chronik“ Bd. 1 (1897). Die Einzeldaten stammen aus den Familienstudien von Alfred Blömer, zitiert in der WGfF-Aufstellung „Vorfahren Siebel / Jacobs“. Die Urkunden selbst haben wir nicht gesehen.

Film zu dieser Zeit

Die Urfehde — Dokumentation · 16 Minuten 48

Wie Rheydter Schöffen 1578 ihr Amt verloren, im Turm saßen und schwören mussten, sich nicht zu rächen — und warum derselbe Herr ihnen den reformierten Glauben ließ.

Quellen
  • Aufstellungen und Familienblaetter der Westdeutschen Gesellschaft fuer Familienkunde (WGfF), Bezirksgruppe Moenchengladbach — Aufstellung „Vorfahren Siebel / Jacobs“ der WGfF-Bezirksgruppe Moenchengladbach, 19.08.2026 (196 Seiten, Ahnentafel ab N. N.) (Sekundärquelle)

WGfF-Aufstellung 'Vorfahren Siebel / Jacobs' vom 19.08.2026, Ahnennummer 13816 (Kennung #17444)

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