Wilhelm Schmitz (1661–1705)

Wilhelm Schmitzteilweise

1661–1705 · Odenkirchen → Rheydt · evangelisch-reformiert

Wilhelm Schmitz wurde um 1661 in Odenkirchen geboren, als Sohn des Schmieds Johann Schmitz und der Sophia Mager. Um 1684 heiratete er Gertrud Pitten. Ihre Tochter Gertrud, 1697 in Rheydt getauft, führt die Linie weiter.

Familie

Eltern Johann Schmitz (1621–1668) · Sophia Mager (1625–1704)

Heirat Gertrud Pitten (1663–1705) — 1684

Kinder Effgen Schmitz (um 1691–?) · Gertrud Schmitz (1697–1720) · Hermann Schmitz (um 1705–?) · Johann Schmitz (um 1685–?) · Mechel Schmitz (1700–1764) · Wymmer Schmitz (um 1694–?)

Geschwister Anna Schmitz (um 1655–1714) · Eva Schmitz (1651–?) · Johannes Schmitz (um 1649–?) · Peter Schmitz (1653–?)

Überlieferte Geschichte

Das Pferd, das den Winter in Rheydt stand 1687

Sechzig Jahre nach der Besetzung von 1627 wurden die Odenkirchener Reformierten nicht mehr mit Soldaten bedrängt, sondern mit Pfändungen. Wer sich weigerte, für die katholische Prozession Gras vor sein Haus zu streuen, wurde „gebrüchtet“ — mit Geldstrafe belegt. Wer nicht zahlte, dem holte der Gerichtsbote den Gegenwert aus dem Haus.

Am 15. November 1687 legte Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg dem Kölner Kurfürsten eine „Spezifikation dessen (an), was zu andiktierter Brücht ist weggenommen und abgepfändet worden“ vor. Diese Liste nennt Namen und sagt, was genau geholt wurde. Über ihn steht dort der längste und merkwürdigste Eintrag der ganzen Liste:

„Wilhelm Schmitz, welchem sein Pferd zu oftermahlen executieren wollen, und er selbiges nach Rheydt den ganzen Winter geflüchtet und morgens und abends das Futter mit großer Beschwerlichkeit hinbringen müssen, haben demselben, weil sie das Pferd nicht finden können, eine schöne Kuh abgenommen.“

Sie wollten sein Pferd pfänden — mehrfach. Also brachte er es über die Grenze nach Rheydt, das zum Herzogtum Jülich gehörte und wo der kurkölnische Gerichtsbote nichts zu suchen hatte. Dort stand es den ganzen Winter. Und Wilhelm Schmitz lief morgens und abends hinüber, um es zu füttern, „mit großer Beschwerlichkeit“.

Es sind vier Kilometer. Zweimal am Tag, einen Winter lang, für ein Pferd. Am Ende nahmen sie ihm stattdessen eine Kuh.

Ein offener Punkt: In Odenkirchen lebten 1687 zwei Männer dieses Namens — dieser hier, damals 26 Jahre alt, und ein zweiter, Jahrgang 1627, damals 60. Die Spezifikation nennt kein Alter. Welcher von beiden das Pferd nach Rheydt brachte, lässt sich nicht entscheiden.„Spezifikation“ der Pfändungen, beigelegt der Intervention des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg vom 15. November 1687; abgedruckt bei Ekkehard Krumme, „Evangelische Gemeinde Odenkirchen 1532–1982“ (1982), S. 53/54. Zuordnung zur Person: eigene Arbeit.

Quellen
  • Aufstellungen und Familienblaetter der Westdeutschen Gesellschaft fuer Familienkunde (WGfF), Bezirksgruppe Moenchengladbach — WGfF-Aufstellung „Vorfahren Maria Luise Potz“, erweiterte Fassung vom 16.08.2026 (18 Seiten mit Index); dort um 1665 geboren, gestorben nach Februar 1705 in Rheydt (Sekundärquelle)
  • Frank Heidermanns, Ahnendatenbank (heidermanns.net) — Personenblaetter der Linien Schmitz, Baehren/von Homberg und Holtz (IDs 67045-67046, 51918-51919, 13494-13495, 2880-2881, 2874-2875, 2908-2909, 2912-2913, 7058-7059), abgerufen am 15.08.2026; dort gestuetzt auf mehrere Arbeiten von A. Bloemer, u. a (Sekundärquelle)
Offene Fragen
  • Keine genauen Lebensdaten. Bei ihm bricht die Kette der Schmiede ab — ob er das Handwerk des Vaters fortführte, ist nicht überliefert.

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