Pongs

Ortsgeschichte

Pongs

Eine Honschaft der Herrschaft Rheydt — ein paar Höfe zwischen Feldern, ein Familienname, der von hier kommt, und eine Kirchengeschichte, die erklärt, warum in den Taufbüchern steht, was dort steht.

Zur Einordnung

Wie diese Seite zu lesen ist

Jeder Balken ist ein Leben. Der Zeitstreifen zeigt, wer von der Familie wann in Pongs gelebt hat. Gestrichelte Balken bedeuten, dass ein Sterbedatum fehlt und das Ende der Lebensspanne geschätzt ist — geraten ist nicht dasselbe wie belegt.

Der Regler schneidet ein Jahr heraus. Zieht man ihn auf 1800, bleiben Johannes und Johann Pungs stehen, Vater und Sohn, Tagelöhner und Weber. So wird sichtbar, wer gleichzeitig dort lebte.

Über lebende Personen steht hier nichts. Wer noch lebt, erscheint auf dieser Seite überhaupt nicht.

Die ganze Ortsgeschichte Pongs als FließtextDerselbe Text wie oben — zum Lesen ohne die interaktive Ansicht, zum Ausdrucken und Durchsuchen. Dazu alle Personen des Ortes und die Quellen.
Ortsgeschichte

Pongs

Eine Honschaft der Herrschaft Rheydt — und der Ort, aus dem ein Familienname wurde

Ein paar Höfe an einem Bach

Pongs war nie ein Dorf mit Kirche und Markt, sondern eine Honschaft — eine ländliche Nachbarschaft aus wenigen Höfen, wie sie das Land zwischen Rheydt und Mönchengladbach über Jahrhunderte gliederte. Die Herrschaft Rheydt zählte bis ins 16. Jahrhundert sechs solcher Honschaften, später nur noch vier; im 19. Jahrhundert wurden neun Ortsteile benannt, Pongs war einer davon. Die Rheydter Chronik von 1897 nennt die sechs beim Namen — Bonnenbroich, Elschenbroich, Geneicken, Heiden, Wateler und Dorf —, und Pongs ist nicht darunter. Die Pongshöfe lagen in der Honschaft Wateler; erst später gab der Hofname der ganzen Honschaft seinen Namen. Wateler selbst erscheint im 10. Jahrhundert als Wazzarlar, sprachlich verwandt mit mittelhochdeutsch wazzerloese — öde, unbebaute Gegend, was zum Charakter der Pongser Heide passt. 966 gehörte der Ort dem Marienstift zu Aachen.

Den Kern bildeten die Pongser Höfe, in späteren Verzeichnissen unter den Hausnummern 523 bis 533 geführt. Wie alt die Besiedlung ist, zeigt die Nachbarschaft: Der Wateler Hof nordwestlich von Pongs wird bereits im 10. Jahrhundert genannt, und am Pongser Kamp ist ein römerzeitlicher Fund verzeichnet. Auf der Kartenaufnahme der Rheinlande von 1801 bis 1828 — der ältesten genauen Karte dieser Gegend — liegt Pongs als kleine Häusergruppe zwischen Feldern.

Was am Pongser Kamp gefunden wurde

Auf Pongser Gebiet ist eine römerzeitliche Fundstelle verzeichnet — am heutigen Pongser Kamp, dort wo die Pongser Straße nach etwa dreihundert Metern in einen Feldweg Richtung Engelsholt übergeht. Datiert wird sie in die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts.

Was genau dort gefunden wurde, ist in den zugänglichen Quellen nicht beschrieben. Es ist eine Fundstelle, kein eingetragenes Bodendenkmal — in der amtlichen Liste der Bodendenkmäler Mönchengladbachs mit ihren 57 Einträgen kommt Pongs nicht vor. Wer es genau wissen will, muss beim Heimatverein oder beim Stadtarchiv nachfragen.

Der Zusammenhang ist trotzdem klar. Vier Kilometer südlich lag der Vicus Mülfort, eine römische Zivilsiedlung an der Niers und die erste größere Siedlung im heutigen Stadtgebiet. Sie entstand um 50 nach Christus, war im 2. Jahrhundert einen Kilometer lang und hatte mehrere hundert Einwohner. Ausgegraben wurden dort Töpfereien, Getreidespeicher, drei Jupitergigantensäulen, Ziegelstempel und Uferbefestigungen; Straßen führten nach Neuss, Köln, Xanten, Nijmegen und Jülich, sechs bis siebeneinhalb Meter breit und mit Sand befestigt. Nach einer Wirtschaftskrise am Ende des 2. Jahrhunderts schrumpfte die Siedlung auf vierhundert Meter, 274 kam der erste Frankenüberfall, 352 wurde sie endgültig aufgegeben.

Der Fund am Pongser Kamp fällt genau in die Blütezeit dieser Siedlung. Pongs lag in ihrem Umland — nah genug, dass hier römische Spuren im Boden liegen, aber weit genug, dass es kein Ort war, sondern Feld.

Was eine Honschaft war

Eine Honschaft war die kleinste Verwaltungseinheit auf dem Land, unterhalb des Kirchspiels: eine Nachbarschaft aus einigen Höfen mit gemeinsamer Weide, gemeinsamem Wald und gemeinsamen Pflichten. An ihrer Spitze stand der Honne, auch Hunne oder Vorsteher genannt. Er verteilte Steuern und Dienste auf die Höfe, organisierte Wach- und Feuerdienst und ließ die Wege instand halten.

Eingesetzt wurde er vom Landesherrn — und der war hier nicht der Herzog von Jülich, sondern der Herr zu Rheydt selbst, also die Familie von Bylandt. Genau deshalb konnte Otto von Bylandt in seinem kleinen Territorium eine eigene Konfessionspolitik machen: Er war dort der Herr, nicht der Beamte eines größeren Fürsten.

Pongs war also keine Ansammlung von Honschaften, sondern gehörte zu einer. Bis ins 16. Jahrhundert zählte die Herrschaft Rheydt sechs davon, später nur noch vier — und die Pongser Höfe lagen in der Honschaft Wateler, die später den Namen Pongs annahm. Für die Menschen änderte das wenig: Ob der Honne für Wateler oder für Pongs zuständig hieß, dieselben Höfe zahlten dieselben Dienste. Für die Quellensuche ändert es viel — wer vor 1600 nach Pongs sucht, muss unter Wateler nachschlagen.

Die Landwehr — eine Grenze, die man heute noch geht

Wer von Pongs über die Felder nach Holt geht, kreuzt eine alte Linie: die Landwehr. So heißt sie bei den Anwohnern bis heute, und der Name ist keine Erfindung.

Eine Landwehr war kein Wall im Sinne einer Befestigung gegen Heere, sondern eine Geländemarke aus Wall, Graben und dichter Hecke — meist Hainbuche, die durch Verflechten undurchdringlich gemacht wurde. Sie hielt Vieh, Fuhrwerke und Streifscharen auf und markierte vor allem eines: die Territoriumsgrenze. Rheydt hatte als Dorf einen eigenen Schutzwall, der stellenweise auf die Gladbacher Landwehr traf.

Genau dort verlief die Grenze, um die es auf dieser Seite die ganze Zeit geht: Auf der einen Seite die Herrschaft Rheydt der Herren von Bylandt, reformiert seit dem 16. Jahrhundert. Auf der anderen das Gebiet der Abtei Gladbach, katholisch geblieben. Der Feldweg nach Holt führt also über eine Konfessionsgrenze — und die Familien dieses Stammbaums standen jahrhundertelang auf der reformierten Seite davon.

Warum hier reformiert getauft wurde

Das Auffälligste an Pongs steht nicht auf der Karte, sondern in den Kirchenbüchern: Alle Familienmitglieder, deren Konfession überliefert ist, waren evangelisch-reformiert — calvinistisch.

Das verdankt sich einem einzigen Mann. Otto von Bylandt (um 1531–1591), seit 1552 mit Rheydt belehnt, ließ die alte Burg vom Jülicher Baumeister Maximilian Pasqualini zum Renaissanceschloss umbauen — dem heutigen Schloss Rheydt. Und er duldete in seiner Herrschaft Calvinisten und Mennoniten, während sie anderswo verfolgt wurden. Seit 1602 war die vormals katholische Pfarrkirche in reformierter Hand; die Mehrheit der Einwohner hatte sich bis dahin dem neuen Bekenntnis angeschlossen.

Rheydt war damit eine reformierte Insel — und das erklärt einen Befund, der in diesem Stammbaum immer wieder auftaucht: Wer in Pongs geboren wurde, ließ sein Kind in Rheydt taufen, ganz selbstverständlich, im eigenen Kirchspiel. Wer dagegen fünf Kilometer weiter südlich in Odenkirchen wohnte, musste nach Wickrathberg oder Jüchen ausweichen: Dort war die reformierte Gemeinde bis zum Religionsvergleich von 1755 eine „Gemeinde unter dem Kreuz“ ohne Recht auf Gottesdienst am eigenen Ort. Zwei Nachbarorte, zwei völlig verschiedene Lebenswirklichkeiten — nur weil der eine einem Herrn gehörte, der die Reformation eingeführt hatte.

Der Dreißigjährige Krieg

Ob in Pongs selbst geplündert wurde, ist nicht überliefert — jedenfalls nicht in Quellen, die frei zugänglich sind. Der Rahmen aber ist eindeutig: Nach der Schlacht auf der Kempener Heide am 17. Januar 1642 fiel das gesamte nördliche Kurköln an hessische und französische Truppen. Am Niederrhein heißen diese Jahre bis heute die „Hessenjahre“. Einquartierungen und Kontributionen waren die Regel: Das besetzte Land musste die Kriegskosten selbst aufbringen.

Wie nah der Krieg war, zeigt der Stammbaum besser als jede Ortschronik. 314 hier verzeichnete Personen haben zwischen 1618 und 1648 gelebt, zweihundert davon nachweislich reformiert. Ihre Berufe lesen sich wie ein Gemeinderegister: Schöffen, Diakone, Gemeindeälteste, Kirchmeister, Halfmänner. Zwei Namen stechen heraus — Jean Fournell (1620–1675) war „Wachtmeister auf Schloß Rheydt“, stand also in der Kriegszeit im Dienst auf dem Schloss. Und Heinrich Coenen, Gerichtsbote in Rheydt, starb 1642, im Hessenjahr.

Eine Kriegsfolge ist für die Nachbarschaft belegt: Ab 1627 war die reformierte Gemeinde in Odenkirchen eine „Gemeinde unter dem Kreuz“ — mitten im Krieg verlor sie das Recht auf Gottesdienst am eigenen Ort, und zwar bis 1755. Was in Rheydt selbstverständlich war, wurde fünf Kilometer weiter für über ein Jahrhundert verboten.

Der Ort, der zum Namen wurde

In den Rheydter Kirchenbüchern taucht der Ortsname als Familienname auf: Pungs. Johannes Pungs, geboren 1735 in Pongs, war Tagelöhner; sein Sohn Johann Pungs (1762–1847) arbeitete als Weber. Beide gehören zu Olaf Brandts direkten Vorfahren.

Dass ein Weiler seinen Namen an die Menschen weitergibt, die dort saßen, ist am Niederrhein die Regel. Dieselbe Familie taucht in diesem Baum auch für Kamphausen und Dürselen auf — beides Weiler im Kirchspiel Kelzenberg, beides Familiennamen. Ein förmlicher Beweis, dass der Familienname aus dem Ortsnamen hervorging, liegt weiterhin nicht vor. Die Rheydter Chronik von 1897 rückt die Sache aber sehr nah heran. Sie nennt die Höfe der Honschaft Wateler und führt sie als „Pongshöfe (die heutige Honschaft Pongs)“ — der Hofname stand also vor dem Ortsnamen. Und sie druckt das Vogtgedingsweistum von 1545 ab, in dem ein Hein Pungs mit Pflichten genau an diesen Höfen erscheint: Er soll den Wasserlauf so halten, dass er dem Leichenweg nicht schadet, er setzt den Hängepfosten am Steggatter, und das Gatter bei den Pongshöfen halten Peter ter Ginck und Hein Pungs gemeinsam instand. Dreieinhalb Jahrhunderte vor dem Weber Johann Pungs sitzt also ein Pungs auf den Pongshöfen.

Rund vierzig Jahre später taucht Jaspar Pungs unter den Lehnsleuten der Herrschaft auf, und der „Pungs hoff“ steht in der Liste der Erbdiensthöfe. Der Name ist damit ab 1545 durchgehend am Ort belegt.

Dreizehn Fuhren nach Venlo

Was die Herrschaft von Pongs verlangte, lässt sich beziffern. Ursprünglich schuldeten die Untertanen dem Herrn zu Rheydt Dienste; nach einem Streit kauften sie diese Last ab, indem sie den Schatz — die Landessteuer — um ein Drittel erhöhen ließen. Vorbehalten blieben dem Herrn dreizehn jährliche Fuhrdienste zwischen Maas und Rhein: nach Neuß, Roermond oder Venlo, um Kohlen für den Schlosshaushalt heranzuschaffen.

Diese Fuhren lasteten nicht auf allen, sondern auf dreizehn namentlich genannten Erbfuhrhöfen. Die Chronik zählt sie auf: der Bonnenbroicher, Heeggen, Schroerers, Niper, Driescher, Wilhelm Dirichs, Conradts Jobgen und Vit von Heidt, Watelers, Pungs, Schrievers und der Elschenbroicher Hof. Immerhin war geregelt, dass die Herrschaft den Hafer für die Pferde mitgab, ohne weiteres Zehrgeld.

Venlo liegt rund fünfzig Kilometer von Pongs entfernt. Mit Pferd und Karren war das eine Fahrt von zwei Tagen hin und zwei zurück — dreizehnmal im Jahr, verteilt auf dreizehn Höfe, einer davon der Pungs-Hof.

Ein Vergleich macht deutlich, wie wenig davon Willkür war und wie viel altes Recht: Die Verpflichtung stand seit Menschengedenken fest, sie war beziffert, und als Otto von Bylandt im 16. Jahrhundert darüber hinausging, zogen die Rheydter bis vor den Herzog von Jülich. Dieser Streit ist der Grund, warum in diesem Archiv mehrere Pongser und Geneickener Namen in Gerichtsakten stehen.

Tagelöhner — und was das wirklich heißt

Die Berufsangaben erzählen den Wandel in einem Satz: Der Vater um 1735 ist Tagelöhner, der Sohn um 1762 Weber.

Ein Tagelöhner war kein Bettler. Er war ein Lohnarbeiter ohne eigenes Land, tageweise gedungen — zur Ernte, zum Dreschen, im Wegebau — und in Geld, Kost oder Naturalien bezahlt. Er stand am unteren Ende der Dorfhierarchie, aber er war ein arbeitender Mann mit festem Platz in der Gemeinde: Er heiratete in der Kirche, seine Kinder wurden getauft, er stand bei Nachbarn als Pate und trug seinen Anteil an den Lasten der Honschaft. Ein Bettler hatte nichts davon: kein Einkommen, keine Rechte, oft nicht einmal ein Aufenthaltsrecht am Ort.

Im ganzen Stammbaum stehen zehn Tagelöhner. Über ihnen die Weber — mit 26 Nennungen der häufigste Beruf überhaupt —, darüber Halfmänner, Ackerer und Lehnsinhaber, also Leute mit Hof. Rheydt wurde im 18. und 19. Jahrhundert zu einer der großen Textilstädte des Niederrheins, und die aufkommende Heimweberei bot Menschen ohne Land zum ersten Mal ein regelmäßiges Auskommen. Der Aufstieg vom Tagelöhner zum Weber ist in dieser Familie kein Einzelfall, sondern das Muster einer ganzen Generation.

Der Zweite Weltkrieg — der Bunker und der Fliegerhorst

Warum ausgerechnet hier ein Bunker steht. In der Nacht zum 12. Mai 1940 warf die Royal Air Force die ersten Bomben auf Mönchengladbach — es war der erste britische Luftangriff auf eine deutsche Stadt überhaupt und damit der Beginn des Bombenkriegs. Vier Menschen starben. Was folgte, traf die Doppelstadt schwer: der verheerendste Angriff in der Nacht vom 30. auf den 31. August 1943, ein weiterer am 1. Februar 1945 mit 1.200 Spreng- und 65.000 Brandbomben aus 160 Flugzeugen. Bei Kriegsende waren Mönchengladbach und Rheydt zu etwa zwei Dritteln zerstört, rund 2.000 Zivilisten waren umgekommen.

In dieser Lage entstanden überall im Rheinland Hochbunker — massive Betonbauten über der Erde, weil der hohe Grundwasserstand am Niederrhein tiefe Bunker oft unmöglich machte. Einer davon steht bis heute mitten in Pongs, an der Ecke Forststraße — also unmittelbar dort, wo die Familie wohnte.

Das genaue Baujahr ist in den zugänglichen Quellen nicht überliefert. Der Bunkerbau lief nach dem Luftschutz-Sofortprogramm vom Oktober 1940 an; für dieses eine Gebäude wäre beim Orts- und Heimatverein Pongs oder im Stadtarchiv nachzufragen.

Was danach geschah, ist gut dokumentiert: Der Bunker überstand den Krieg, ging aus Bundes- in städtisches Eigentum über, und in den 1990er Jahren sollte er einem Dorfplatz mit Brunnen weichen. Das Geld für den Abriss kam nie. Heute ist er umgebaut — im Inneren wohnen Menschen, im unteren Teil lagert der Orts- und Heimatverein sein Material. Ein Luftschutzbau, der zum Wohnhaus wurde.

Der Fliegerhorst im Feld Richtung Holt. Nordwestlich von Pongs, an der Gladbacher Straße nahe der heutigen Autobahnauffahrt Holt, lag der Fliegerhorst Gladbach/Rheydt. Im Krieg lagen dort Teile mehrerer Jagdgeschwader — was erklärt, warum die Gegend ein Ziel war. Von 1946 bis 1995 nutzte die britische Rheinarmee das Gelände als „Ayrshire Barracks“; seit 2004 stehen dort der Nordpark und das Stadion von Borussia Mönchengladbach. Wer von Pongs aus über die Felder nach Holt geht, läuft auf dieses Gelände zu.

Am 1. März 1945 besetzten Soldaten der 9. US-Armee die Stadt, fast kampflos.

Der Krieg hat die Landschaft auch unsichtbar verändert: Das Quellgebiet des Rheydter Bachs, ein Sumpf nordwestlich von Pongs, wurde durch Kriegseinwirkung, Trockenlegung und Bebauung so umgestaltet, dass das Wasser heute vor Ort versickert. Der Bach, der Pongs jahrhundertelang begleitete, ist nur noch ein trockener Graben, der bei Starkregen Wasser führt.

Pongs im 20. Jahrhundert — und bis heute

Die Verbindung nach Pongs reißt nie ab. Sie ist in den Adressbüchern nachweisbar und in der Familie bis in die Gegenwart lebendig.

Konrad Peter Jacobs (1897–1985), Weber, und seine Frau Marta Reuen (1899–1987) wohnten in der Pongser Straße — belegt in den Rheydter Adressbüchern von 1936, 1951 und 1956, jedes Mal unter derselben Hausnummer. Ihre Tochter Helga Marta Jacobs (*1922) führte dort 1965 ein eigenes Gewerbe: „Siebel Helga, Maschinenstrickerei, Rheydt Pongser Str.“.

Helga heiratete 1943 August Karl Siebel (1919–1993), erst Packer, später Stricker. Das Paar lebte zunächst in der Pongser Straße, später in der Forststraße — und die hat in dieser Familie eine eigene Geschichte.

Auf dem Grundstück in der Forststraße standen zwei Gebäude: ein großes Haus und ein kleineres. Was lange für einen Anbau gehalten wurde, ist in Wahrheit der ältere Teil — und trägt eine eigene Hausnummer, die 47. Damit lösen sich zwei Angaben auf, die sich zu widersprechen schienen: Das Adressbuch von 1911 führt Peter Reuen, Helgas Großvater, als Eigentümer der Nummer 47 — also des alten Hauses. Karl Siebel starb 1993 in der Nummer 45, dem großen Haus auf demselben Grundstück.

Vier Generationen auf einem Grundstück: Peter Reuen (1859–1929), seine Tochter Marta, deren Tochter Helga und deren Mann Karl Siebel.

Auch heute lebt noch ein Familienmitglied in der Pongser Straße. Über lebende Personen steht auf diesen Seiten nichts — aber es sei gesagt, dass dieses Haus die Familie seit mindestens 1936 begleitet, also seit neunzig Jahren.

Wer hier gelebt hat

Aus dem Archiv sind 6 Menschen mit eigener Seite hier geboren oder gestorben — nach Geburtsjahr geordnet.

Quellen