Maria Elisabeth Muellers (1788–1838)

Maria Elisabeth Muellersgesichert

1788–1838 · Vielbach → Odenkirchen · Spinnerin

Maria Elisabeth Müllers wurde um 1788 in Vielbach geboren — einem Dorf im Westerwald, gut hundert Kilometer von Odenkirchen entfernt. Wie und warum sie an den Niederrhein kam, ist nicht überliefert; sie ist damit die einzige in dieser Linie, die nicht aus der Gegend um Rheydt und Odenkirchen stammt. 1815 brachte sie in Odenkirchen ihren Sohn Heinrich zur Welt, ohne verheiratet zu sein — der Junge wurde zunächst unter ihrem Namen eingetragen. Drei Jahre später, am 16. Dezember 1818, heiratete sie den Vater des Kindes, den Weber Heinrich Potz, und legitimierte ihn damit. Mindestens fünf weitere Kinder folgten. Sie starb am 30. April 1838 in Odenkirchen, etwa fünfzigjährig. Ihre Eltern waren Philipp Müllers und Maria Catharina Scheidt — bei ihrer Heirat war sie dreißig Jahre alt und damit vier Jahre älter als ihr Mann.

Familie

Eltern Philipp Muellers · Maria Catharina Scheidt

Heirat Heinrich Potz (1792–1858) — 16. Dezember 1818, Odenkirchen

Kinder Gertraud Potz (1821–?) · Heinrich Potz (1815–1887) · Johann Peter Adam Pots (1827–1894) · Maria Catharina Pots (1819–?) · Peter Adam Pots (1824–?) · Rosetta Potz (1829–?)

Überlieferte Geschichte

Hundert Kilometer, und niemand weiß warum 1815

Maria Elisabeth Müllers wurde um 1788 in Vielbach geboren, einem Dorf im Westerwald. Sie ist die einzige in dieser Linie, die nicht vom Niederrhein stammt — zwischen Vielbach und Odenkirchen liegen gut hundert Kilometer. Wie und warum sie diesen Weg gemacht hat, steht in keiner Urkunde.

Was sich über den Ort sagen lässt: Vielbach hatte 1826 281 Einwohner. Die Leute lebten von Land- und Viehwirtschaft, und weil die Erträge eine Familie nicht ernährten, gingen sie nebenher arbeiten — in den Betrieben des Kannenbäckerlandes und in den benachbarten Tongruben. Politisch gehörte das Dorf bis 1806 zur Grafschaft Wied-Neuwied, danach zum Herzogtum Nassau. Es war eine Gegend, aus der man wegging.

Eine Spur, mehr nicht: In den Urkunden führt sie den Beruf Spinnerin. 1806 eröffnete der Unternehmer Wernhard Dilthey eine Spinnerei in Odenkirchen — sie wäre damals achtzehn gewesen. Der Haken ist, dass dieser Betrieb schon zwischen 1806 und 1808 wieder liquidiert wurde. Als Erklärung für ihren Weg an den Niederrhein taugt das also nur als Vermutung, nicht als Antwort.

1815 brachte sie in Odenkirchen ihren Sohn Heinrich zur Welt, ohne verheiratet zu sein; drei Jahre später heiratete sie dessen Vater, den Weber Heinrich Potz, und legitimierte den Jungen damit. Fünf weitere Kinder folgten. Als sie im April 1838 starb, heiratete ihr Mann noch im selben Jahr wieder — keine sieben Monate später.Belegt: Herkunft aus Vielbach und Beruf nach der Heiratsurkunde von 1818, ueberliefert im Familienbuch von Manfred Schmitz (WGfF) und bei heidermanns.net. Zu Vielbach: regionalgeschichte.net (Einwohnerzahl 1826, Nebenerwerb, Territorien). Zur Odenkirchener Spinnerei 1806: Deutsche Biographie, Artikel Wernhard Dilthey. Deutung: der Zusammenhang zwischen Spinnerei und Zuwanderung — ausdruecklich unbelegt.

Film zu dieser Zeit

Willkür statt Freiheit — Dokumentation · 24 Minuten 36

Diese Person lebte 1795 bis 1797 nachweislich in Odenkirchen — in den vier Jahren, in denen die alte Ordnung fort und die neue noch nicht da war. Zwei Akten des Landesarchivs erzählen davon: die Beschwerde der Einwohner gegen ihren eigenen Vogt und die Nacht, in der über vierzig Bewaffnete durch den Ort zogen.

Quellen
  • Frank Heidermanns, Ahnendatenbank (heidermanns.net) (Sekundärquelle)
  • Aufstellungen und Familienblaetter der Westdeutschen Gesellschaft fuer Familienkunde (WGfF), Bezirksgruppe Moenchengladbach — Aufstellung „Vorfahren Siebel / Jacobs“ der WGfF-Bezirksgruppe Moenchengladbach, 19.08.2026 (196 Seiten, Ahnentafel ab N. N.) (Sekundärquelle)
  • Personenstandsregister Sterbefaelle (Zweitschriften), Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Bestand PA 3103 — Standesamt Rheydt, Sterbeurkunde Nr. 9/1887 (Heinrich Potz); LAV NRW PA 3103, Band 25689, Bild 0028 (Urkunde)
  • FamilySearch – Deutschland Heiraten, 1558-1929 — Heiratseintrag Heinrich Pots x Maria Elisabeth Muellers, Odenkirchen 1818 (ark:/61903/1:1:J4NL-44G); dort als Vater der Braut genannt (Sekundärquelle)
  • FamilySearch, Indexsammlung „Deutschland Heiraten, 1558–1929“, Heiratseintrag Heinrich Pots × Maria Elisabeth Muellers, Odenkirchen 1818 (ark:/61903/1:1:J4NL-44G), eingesehen am 15.08.2026. Auswertung: Der Eintrag löst die bis dahin vollständige Sackgasse dieser Linie. Er nennt beide Elternpaare: für den Bräutigam Adam Pots und „Gerdraut“ Vits — unabhängige Bestätigung der bis dahin nur über heidermanns.net bekannten Zuordnung —, für die Braut erstmals PHILIPP MUELLERS und MARIA CATHARINA SCHEIDT. Weiter verzeichnet: Braut 30 Jahre alt, geboren um 1788 in Vielbach; Bräutigam 26 Jahre alt, geboren um 1792, mit der Ortsangabe „Krapohl“. Achtung: Es handelt sich um einen Index ohne Bilddigitalisat („Aufnahme nicht verfügbar“) — die Abschrift ersetzt den Originaleintrag nicht. (Sekundärquelle)
Offene Fragen
  • Ihre Herkunft bleibt der spannendste Punkt dieser Linie. Der Geburtsort Vielbach (heute Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz) gehörte historisch nicht ins Rheinland, sondern in den nassauischen Raum — zuständig wären die dortigen Kirchenbücher über das Landeshauptarchiv Koblenz bzw. Archion. Wie eine Frau aus dem Westerwald an den gut hundert Kilometer entfernten Niederrhein kam und dort mit dreißig heiratete, ist die offene und reizvollste Frage. Ergänzend wäre der Originaleintrag ihrer Heirat von 1818 zu holen: Im Rheinland führten die Bürgermeistereien seit 1798 Zivilstandsregister, die Urkunde müsste also im Bestand der Bürgermeisterei Odenkirchen liegen (Stadtarchiv Mönchengladbach). Sie enthält mehr als der Index — üblicherweise Berufe der Eltern, deren Wohnorte und ob sie noch lebten.

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